
Warum ich begleite
Teil 2
Ich kenne Neuanfänge nicht nur aus der Theorie:
Meine Kindheit und Jugend waren durch schweres Asthma geprägt. Nach schweren Anfällen hieß es immer wieder: aufstehen, neu beginnen und den eigenen Weg trotzdem weitergehen. Zunächst war es vor allem meine Mutter, die mich dabei entschlossen begleitete. Später kamen Menschen hinzu, die mich professionell unterstützten und mir halfen, Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.
Auch beruflich begegneten mir Lebensbrüche früh. Nach dem Zusammenbruch der DDR erlebte ich Anfang der 1990er-Jahre, wie Menschen in Ostdeutschland, Tschechien und der Slowakei innerhalb kurzer Zeit Sicherheiten, berufliche Orientierung und zum Teil ganze Lebensentwürfe verloren. Als junge Führungskraft mit mehr als zehn Mitarbeitenden lernte ich: Arbeit allein schafft noch keine neue Perspektive. Menschen brauchen Ziele – und sie brauchen einen Weg, auf dem das Neue wieder einen Sinn bekommen kann.
Später trafen mich Krisen selbst mit voller Wucht. 2003 und erneut 2016 verlor ich nahezu meinen gesamten Besitz. 2016 war ich infolge von Umständen, die ich nicht selbst verursacht hatte, für einige Wochen ohne eigene Wohnung. Beziehungen zerbrachen, Menschen wandten sich ab, später kamen gesundheitliche Belastungen hinzu. Zweimal musste ich praktisch bei null beginnen.
Was mir half, war nicht die Vorstellung, einfach „positiv denken“ zu müssen. Ich formulierte meine Ziele neu und suchte nach Wegen, sie unter den veränderten Bedingungen meines Lebens wieder zu erreichen. Dabei nahm ich selbst professionelle Begleitung in Anspruch – und investierte bewusst auch Geld darin.
Mein eigener Wille, die Begleitung durch andere Menschen und für mich persönlich auch die Kraft meines Glaubens an Gott haben mir geholfen, selbst auf sehr steinigen Wegen Hoffnung und Orientierung zu bewahren.
Mein besonderer Dank gilt der Klinik Hohemark in Oberursel, meiner Traumatherapeutin Karin, meinem begleitenden Therapeuten Herrn Bernhard und nicht zuletzt meinen Freunden Damiano, Norbert, Mario und weiteren Menschen, die mich auf meinem Weg begleitet haben.
Meine Lebensuniversität
Scheitern, Verlust, Neubeginn und Wiederaufstehen wurden neben meiner beruflichen Ausbildung und rund 35 Jahren Berufserfahrung zu einer zweiten Form von Ausbildung – meiner Lebensuniversität.
Seit vielen Jahren begleite ich außerdem Menschen ehrenamtlich durch schwierige Situationen. Mit Bloomoon möchte ich diese Lebenserfahrung, meine berufliche Erfahrung und das, was ich selbst durch gute Begleitung lernen durfte, nun auch Ihnen zur Verfügung stellen.
Ich verspreche Ihnen keinen einfachen Weg. Aber ich glaube daran, dass sich auch nach tiefen Brüchen wieder Ziele finden und Wege entwickeln lassen.
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